Reinhard Rein
2/5
Hütte TOP - Wirtin FLOP
Wir haben zu sechst eine Übernachtung gebucht (Matratzenlager als auch ein Zweierbett-Zimmer). Die Hütte wurde letztes Jahr neu renoviert und hat trotz ihrer rundum Erneuerung keineswegs an ihrem Charme verloren. Charme der jedoch der Hütttenwirtin leider etwas fehlt, die sich bei der Begrüßung gleich über einen unserer Nachnamen lustig machte. Wir fanden es nicht so lustig. Die anderen Mitarbeiter waren aber sehr freundlich und bemüht, wenn auch etwas unbeholfen. Wir hatten auch einen Hund dabei, der jedoch nur am Tag auf der Hütte blieb, um später mit meiner Schwester wieder abzusteigen. Hunde sind zwar erlaubt auf der Hütte, aber nicht zur Übernachtung. Das war uns natürlich im Vorfeld klar, genauso wie die Leinenpflicht, die wir gerne einhielten. Dennoch wurden wir bei unserem Aufenthalt permanent auf unseren Hund angesprochen, der keinesfalls auf der Hütte übernachten dürfe. Wir wurden darüber wieder und wieder und das im Halbstundentakt aufgeklärt, was schlussendlich schon wirklich unangenehm war, da wir uns als Gäste dadurch nicht unbedingt willkommen fühlten. Wir erklärten immer wieder, dass wir uns darüber im Klaren sind. Naja, anscheinend sind Hunde doch nicht so willkommen als Tagesgäste, aber das kann man ja noch irgendwie verstehen. Das Abendessen war top. Sehr lecker, Portionsgröße absolut ausreichend und Preise auch OK. Um 18 Uhr wurden wir darauf hingewiesen, auf der Sonnenterrasse nicht zu laut zu lachen, da sich die Hüttenwirtin etwas ausruht. Kam uns schon etwas komisch vor. Wirklich eigenartig wurde es, als die Angestellten darauf bei jedem Aufeinandertreffen abermals und mit Nachdruck darauf hinwiesen, dass wir wirklich alle Türen möglichst lautlos schließen sollten, um die Hüttenwirtin nicht zu wecken. Wir sind Gäste, wir sind an einem Samstag Abend auf einer tollen Almhütte und wollen uns einen schönen, gemütlichen Tag machen, aber wir sind nicht auf Landschulwoche dachten wir uns. Lachen und sich unterhalten darf ja noch erlaubt sein. Aber es sollte noch besser werden. Um 20 Uhr (es war noch hell) wies man uns nicht unbedingt freundlich darauf hin, dass wir bis 21:30 Uhr alles austrinken sollten und bezahlt haben müssen, da Nachtruhe ist. Zu diesem Zeitpunkt war das ganze Personal, bis auf einen ausschließlich englischsprachigen Angestellten, bereits außer Dienst. Das Chaos war vorprogrammiert, da keine Rechnungen gedruckt werden konnten und die Endbeträge bei keinem von uns gestimmt hatten. Mit dem Angestellten konnte man nicht sachlich argumentieren, der verdrehte nur die Augen und wurde unfreundlich. Die Hütte war an diesem Abend gut besucht, den anderen Gästen ging es nicht anders. Wir wurden nach der Bezahlung um 21:30 Uhr wortwörtlich zum Schlafen gehen gezwungen. Ich verstehe es ja noch, dass man nicht jeden Abend bis tief in die Nacht arbeiten möchte und die Gäste bedienen muss (Vielleicht doch falscher Job?), aber am Wochenende finde ich dieses Verhalten schon sehr übertrieben. Zumal sehr viel Personal auf der Hütte im Einsatz war, man hätte sich also auch gut abwechseln können, wenn man gastfreundlich sein wollen würde. Insgesamt waren alle Gäste auch sehr zuvorkommend und ruhig. Ein derartiges Regime war da wirklich unnötig. Am nächsten Morgen haben wir nur einen guten Kaffee konsumiert, da wir am Vorabend von anderen Gästen gewarnt wurden, das Frühstück zu buchen, da man für 17 €/Person ein paar Wurstblätter und Brot mit nur einem Heißgetränk bekommt. Die Verabschiedung der Hüttenwirtin blieb leider aus, da sie nur kurz auftauchte und wieder ging. Wir hätten noch gerne das Gespräch mit ihr gesucht, um unser Feedback direkt zu deponieren. Insgesamt ist die Ostpreußenhütte wirklich eine Perle zwischen dem Hochkönig und dem Hagengebirge, und einen Besuch absolut wert. Im kommenden Jahr aber hoffentlich mit anderen Pächtern, die gastfreundlich, offen und gesellig sind und mit denen man gerne ein wenig „ratscht" so wie bei anderen Hütten in der Umgebung. Wirklich schade um die schöne Ostpreußenhütte!